Paar- und Familientherapie – vereint aus der Krise

Eine intakte Familie spendet Kraft, gibt das Gefühl von Geborgenheit und ist in jeder Lebenssituation ein sicherer Rückhalt. Trotz aller Romantik darf nicht vergessen werden, dass das harmonische Funktionieren einer Familie längst keine Selbstverständlichkeit ist. Vertrauen, Verständnis und Empathie bilden dafür das Fundament.

Reibereien und Auseinandersetzungen kommen in jeder Familie vor – die Ursachen sind so mannigfaltig wie unterschiedlich. Paare stehen beispielsweise vor der Herausforderung, die Bedürfnisse beider Individuen unter einen Hut zu bringen. Selbst ein neuer Job oder der Umzug in eine neue Wohnung können das harmonische Miteinander belasten. Eltern sehen sich dagegen mit vollkommen neuen Aspekten konfrontiert: sei es das Älterwerden der Kinder, Scheidungen oder das Zusammenführen zweier Familien. Nachwuchs kann die bisherige Rollen- und Verantwortungsverteilung über den Haufen werfen und somit für Spannungen zwischen den Elternteilen sorgen.

Es mag der Eindruck entstehen, dass mit zunehmender Größe einer Familie auch die Komplexität und Konfliktherde größer werden. Natürlich sind Familien ständigen Veränderungen ausgesetzt, allerdings müssen diese nicht zwangsläufig zu Konflikten führen, wenn man die Familienprobleme frühzeitig erkennt.

Jeder Streit und jede Krise bieten immer die Chance, gestärkt aus dieser hervorzugehen und in eine gemeinsame Zukunft zu schreiten. Falls der aktuelle Konflikt aussichtslos erscheinen mag, kann eine Familienberatung eine wertvolle Hilfestellung sein und neue Wege aufzeigen. Der Therapeut tritt dabei als Moderator auf, der Vorwürfe rechtzeitig entschärft. Gespräche in einem neutralen Rahmen, eröffnen neue Perspektive und ermöglichen den konstruktiven Austausch aller Familienmitglieder.

Unsere Leistungen

Familien, Paare oder auch Einzelpersonen finden in einer Paar- und Familientherapie eine wirkungsvolle Unterstützung bei akuten Krisen oder innerfamiliären Problemen. Eine Familientherapie ist ein psychologisches Verfahren, welches die gesamte Familie in die Lösung der (psychischen) Probleme miteinbezieht. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Familientherapie ist eine vertrauensvolle und aufrichtige Beziehung zwischen dem Familientherapeuten und den einzelnen Familienmitgliedern. Ist dieses Fundament geschaffen, kann der Familientherapeut seiner Aufgabe nachgehen, verborgene Konflikte aufdecken, zur Lösung dieser beitragen und den respektvollen Umfang aller beteiligten sicherstellen. Es wird eine Atmosphäre erzeugt, in der jedes Familienteil seine Sichtweisen und Bedürfnisse formulieren und einbringen kann.

Wann ist eine Familientherapie sinnvoll?

Es existiert das Vorurteil, eine Familientherapie sei gleichbedeutend mit einer Bankrotterklärung der eigenen Familie – exakt das Gegenteil ist allerdings der Fall. Die Unterstützung einer Familientherapie aufzusuchen, ist eine bewusste Entscheidung, das Beziehungsgeflecht der Familie nachhaltig zu verbessern. Der passende Zeitpunkt für eine Familientherapie hängt dabei jedoch von der individuellen Familienkonstellation ab.

Eine Familientherapie ist immer dann sinnvoll, wenn die Probleme einer Einzelperson klar mit der gesamten Familie oder einem bestimmten Familienmitglied zusammenhängen. Sollte es sich um ein Kind oder einen Jugendlichen handeln, sollte die gesamte Familie in die Therapie mit einbezogen werden, da psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen häufig mit gestörten Familiensystemen zusammenhängen.

Steht eine Änderung im Familiengefüge an oder haben solche Änderungen bereits zu Problemen geführt, bietet sich ebenfalls eine Familientherapie ein. Ein Therapeut kann beispielsweise während einer Scheidung dabei helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Auch die Integration eines neuen Partners nach einer Scheidung oder die Aufarbeitung eines Todesfalls innerhalb der Familie sind mögliche Gründe für die Konsultation eines Familientherapeuten.

Nur wenn jedes Familienmitglied offen für die Therapie ist, gelingt die Familientherapie. Während der Sitzungen können unterschiedliche Themen auf den Tisch kommen, die teilweise sehr unangenehm sein können. Themen wie Eifersucht, eigene Schwächen oder Unzulänglichkeiten möchte jeder so gut es geht vor sich und anderen verbergen. Wer allerdings dazu bereit ist, sein Herz auszuschütten, legt den Grundstein für einen erfolgreichen Neuanfang.

Unsere Arbeitsweise

Die Familientherapie versucht, Veränderungen im Ökosystems „Familie“ anzustoßen. Im Zuge dieser Therapieform tritt der Therapeut allerdings nicht als Experte auf, der eine Diagnose stellt und Lösungen vorschlägt. Er bietet vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe, die neue Perspektiven eröffnen. In der Regel wird ein systemischer Ansatz verfolgt, welcher den Ursprung eines individuellen Problems nicht auf das betroffene Familienmitglied beschränkt, sondern es als Ausdruck eines krankhaften Systems versteht. Folgende Themenkomplexe können während einer systemischen Familientherapie besprochen werden:
  • Eheprobleme, Trennung, Scheidung
  • Patchwork-Familien
  • Psychische Probleme und Krankheiten
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Welche Themen werden behandelt?

Eheprobleme

  • Eltern sein trotz Scheidung
  • Kommunikation mit, vor und über Kinder
  • Offene Konflikte lösen

Patchwork-Familien

  • Zeit zu zweit finden
  • Kommunikation und Regeln mit Ex-Partnern
  • Wer stellt die Regeln auf?
  • Probleme in Pflegefamilien / Adoption

Gesundheitliche Probleme

  • Hyperaktivität
  • Aggressivität
  • Angst und Rückzug

Weitere Themen

  • Förderung der Erziehungskompetenz der Eltern
  • Traumatischer Erfahrungen / Verlust eines Familienmitglieds
  • Alltagsprobleme wie Schule oder Pubertät

Wie läuft eine Familientherapie ab?

Es existiert kein exakter Fahrplan für eine Familientherapie. Die Vorgehensweisen sind recht unterschiedlich und orientieren sich immer an der jeweiligen Ausrichtung der Therapie. Die Familienberatung funktioniert bis auf die Methodik wie die Eheberatung. Nichtsdestotrotz können einige Grundelemente definiert werden.

Eine Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Gelingen der Familientherapie ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Therapeut und Familie. Nur auf dieser Basis können gemeinsam Ziele definiert und verfolgt werden. Ein solches Ziel kann beispielsweise die verbesserte Kommunikation innerhalb der Familie oder das klare Mitteilen von Bedürfnissen sein. Gemeinsam mit dem Therapeuten sucht die ganze Familie nach eingefahren Sichtweisen und Verhaltensmustern und stellt diese offen zur Diskussion. Es stehen unterschiedliche Techniken zur Verfügung, um Veränderungen einzuläuten:

Eine Möglichkeit lässt sich mit „Fragetechniken“ umschreiben. Mit der Hilfe unterschiedlicher Fragestellungen gewinnt die Familie einen neuen Blickwinkel auf bestehende Problemfelder und identifiziert Faktoren, die Probleme befeuern. Eine mögliche Frage ist: „Wenn über Nacht ein Wunder geschehen würde und das Problem auf einmal verschwunden wäre, was wäre am nächsten Morgen anders?“ Die Idee hinter diesem Prinzip lautet, dass bereits intensives Nachdenken der erste Schritt zur Lösung des Problems ist.

Ein Genogramm hilft, ein neues Verständnis zur Familiengeschichte zu entwickeln. Hierzu werden Namen, Geburtsdaten, die Beziehungen aller Familienmitglieder zueinander sowie einschneidende Ereignisse auf einer Landkarte eingezeichnet. Dieses Vorgehen erleichtert die Identifikation von Problemstellen.

Das Reframing setzt Probleme oder Krankheiten in einen neuen Kontext, um somit einen neuen Blickwinkel zu erzeugen. Dies ist eine optimale Möglichkeit, unterbewusste und eingeschliffene Denkprozesse über den Haufen zu werfen. Eine Krankheit erhält auf diese Weise eventuell einen positiven Aspekt, der der Familie neue Kraft spendet.

Die Symptomverschreibung möchte ein Problemverhalten bewusst auslösen. Ein unruhiges Kind erhält beispielsweise die Aufgabe, noch unruhiger zu sein.
Gelingt es dem Kind, willentlich unruhiger zu sein, führt es zu einer Selbstwirksamkeitserwartung. Gelingt es dem Kind allerdings nicht, das System willentlich auszuführen, erlebt es eine Abschwächung der Symptomatik.

Grenzen und Risiken

Eine Familien- beziehungsweise Paartherapie hat dann keine Aussicht auf Erfolg mehr, wenn sich einer der Partner bereits aus der Beziehung gelöst hat. Gefühle wie Verachtung oder Ablehnung des Partners sprechen für eine fortgeschrittene emotionale Entfernung. Es lässt sich also festhalten, dass eine Familientherapie nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn alle Beteiligten an der Beziehung arbeiten und Verantwortung übernehmen möchten. Ist dies nicht gegeben, sind jedem Therapeuten die Hände gebunden.

Weitere Gründe, die eine erfolgreiche Familientherapie unmöglich machen, sind nicht-therapierte Suchtverhalten eines Beteiligten oder das Ausüben von körperlicher Gewalt innerhalb der Familie. Auch ein sehr dominantes Auftreten eines Familienmitgliedes kann die Therapie erschweren.

Eine Familientherapie sollte nicht infrage kommen, wenn sie den Leidensdruck verschlimmert oder eine sehr schambesetzte Thematik vorliegt. Dies könnte der Fall sein, wenn der Verursacher eines Traumas – beispielsweise die Vergewaltigung durch ein Familienmitglied – Teil der therapeutischen Sitzungen ist. Hierbei handelt es sich allerdings um einen Extremfall. In der Regel wird den meisten Familien sehr gut bei ihren Problemen durch einen Familientherapeuten geholfen.

Weitere Therapieformen

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